Erinnerung braucht einen Ort.

Zur aktuellen Kontoverse über einen Gedenkort für Julius und Annedore Leber auf der Roten Insel.

Gisela Wenzel1


Das Gebiet im Umbruch

Zwischen Ringbahn und Torgauer Straße, ganz im Süden der Roten Insel, wo bis vor kurzem noch kleine Kfz-Werkstätten und Altautohändler ihr Domizil aufgeschlagen hatten, ist mit dem Ankauf der Flächen durch den Bezirk und deren Räumung etwas in Bewegung gekommen. Mit Mitteln aus dem Fördertopf Stadtumbau West/Zukunftsinitiative Stadtteil wird hier ein öffentlicher Grünzug entstehen, der das Gebiet zwischen den Bahnhöfen Südkreuz und Schöneberg städtebaulich aufwerten soll(2). Ein Rundweg für Fußgänger und Radfahrer, die sog. Schöneberger Schleife, schaffe – wie es im Planerjargon heißt - neue innerstädtische Grünflächen, die zu einer Vernetzung verschiedener Stadtquartiere beitragen und neue Stadtraumverbindungen erschließen (z.B. über den Fahrradweg entlang der „Dresdner Bahn“ zum Flaschenhalspark und dann zur Parkanlage am Gleisdreieck). Die von der ältesten Bürgerinitiative Berlins vor vierzig Jahren ausgeheckte Idee einer „Grüntangente statt Westtangente“ scheint damit der Wirklichkeit einen Schritt näher zu kommen. Das alles wäre ohne Einschränkung zu begrüßen, wäre da nicht eine historische Besonderheit, die in diesen Plänen keine gebührende Beachtung gefunden hat.

Konspirativer Treffpunkt

Blick auf die Torgauer Str. 24/25 Ecke Gotenstr. (Foto: BI Gasometer)

Der Streitpunkt ist die Kohlenhandlung von Annedore und Julius Leber auf dem Eckgrundstück Torgauer Str. 24-25/ Ecke Gotenstraße. Der frühere sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Julius Leber (1891-1945) arbeitete dort nach seiner Haftentlassung 1937 und nahm illegal die Kontakte zu alten Parteifreunden aus dem politischen Untergrund auf. Ab 1943 unterhielt Leber außerdem immer engere Kontakte zu Mitgliedern des Kreisauer Kreises, zum militärischen Widerstand und zu Goerdeler (3).  Er schloss sich dem aktiven Widerstand der Verschwörer des 20. Juli an, wobei die Kohlenhandlung wiederum als konspirativer Treffpunkt diente. Auf einmalige Weise, so schrieb seine Enkelin Julia Heinemann, habe ihr Großvater dort Gewerbe und Widerstand zu verbinden gewusst. „Sein bemerkenswerter Weg vom Reichstagsabgeordneten zum Kohlenhändler ist eng mit dem Grundstück in der Torgauer Str. verknüpft.“ (4)  Leber fiel eine Schlüsselrolle in den Umsturzplänen des Widerstands-Netzwerkes zu. Nach einem erfolgreichen Attentat auf Hitler und dem Sturz des Regimes war er für den Posten des Innenministers vorgesehen. Stauffenberg hätte ihn sogar am liebsten als Reichskanzler gesehen. Doch dazu sollte es nicht kommen. Aufgrund der Denunziation eines Gestapospitzels wurde er schon am 5. Juli 1944 auf dem Kohlenplatz in Schöneberg festgenommen. Ein geheimes Treffen mit den führenden Kommunisten Franz Jakob und Anton Saefkow einige Tage zuvor wurde ihm und seinem Parteifreund Adolf Reichwein zum Verhängnis. Stauffenberg geriet dadurch unter starken Zugzwang, das mehrfach verzögerte Attentat auszuführen. Drei Monate nach dem gescheiterten Versuch vom 20. Juli wurde Leber mit anderen Verschwörern zum Tode verurteilt. Der Schauprozess des Volksgerichtshofes unter dem Vorsitz von Freisler fand im Gebäude des Kammergerichts am Schöneberger Kleistpark statt - einen sprechenderen architektonischen Gegensatz als der zwischen dem prächtigen wilhelminischen Gerichtsbau und der kleinen Kohlenhandlung, die nicht weit voneinander entfernt liegen, gibt es wohl kaum. Am 5. Januar 1945 schließlich wurde Julius Leber in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Der Verlag von Annedore Leber

Nach schweren Zeiten der persönlichen Verfolgung unter Sippenhaft einschließlich eigener Verhaftung, der Hinrichtung ihres Mannes und der Verschleppung ihrer Kinder sowie der entbehrungsreichen Nachkriegsjahre wagte Annedore Leber (1904-1968) in den fünfziger Jahren einen Neuanfang. Einem Vermächtnis ihres Mannes folgend, führte die gelernte Schneiderin zur Existenzsicherung ihrer Familie die Schöneberger Kohlenhandlung fort. Sie ließ auf den Fundamenten der ausgebombten Baracke ein neues solideres Steingebäude errichten. Angesichts der Erfahrung, dass sich Überlebende und Angehörigen des Widerstands auch nach dem Krieg noch häufig dem Vorwurf des Landesverrats ausgesetzt sahen, war Annedore Leber entschlossen, mit Aufklärung und Bildung aktiv etwas dagegen zu setzen. In einem der zwei Büroräume der Kohlenhandlung richtete sie einen eigenen Verlag ein, der ohne die Kohlenhandlung nicht hätte existieren können. Sie wollte dazu beitragen, dem Widerstand zu einer breiteren öffentlichen Aufmerksamkeit zu verhelfen und konnte sich dabei der Unterstützung einiger Freunde aus der Westberliner Sozialdemokratie und insbesondere von Willy Brandt (5) sicher sein. 1954 erschien das erste Buch über ihren Mann: „Julius Leber, Ein Mann geht seinen Weg. Schriften, Reden und Briefe von Julius Leber, hrsg. von seinen Freunden“. Zusammen mit Willy Brandt und dem Historiker Karl-Dietrich Bracher brachte sie im selben Jahr - anlässlich des 10. Jahrestages des Attentats auf Hitler - den Band „Das Gewissen steht auf. 64 Bilder aus dem deutschen Widerstand 1933-1945“ heraus.. Ihm folgte 1962 der 2. Band „Das Gewissen entscheidet“. Im selben Jahr erschien in Zusammenarbeit mit Freya Gräfin von Moltke das Buch „Für- und Wider. Entscheidungen in Deutschland 1918-1945“. Mit diesen, zuerst in ihrem Schöneberger Mosaik-Verlag erschienen Büchern, die später zum Teil bei renommierten Verlagen eine hohe Auflage erreichen sollten, setzte sie ein ermutigendes Zeichen für die Geschichtsschreibung des Widerstands und gegen seine noch lange Zeit vorherrschende gesellschaftliche Verdrängung in der Bundesrepublik.

Erinnerung an den Widerstand

Spuren des alten Gebäudes und neuer Widerstand. Foto: Ilse Layer

„Die Kohlenhandlung als konspirativer Treffpunkt ist deshalb nie in Vergessenheit geraten, weil es einer der anschaulichsten Orte des zivilen Widerstands überhaupt ist, und gleichzeitig eng mit den Ereignissen des 20.Juli verknüpft“, erinnert die Enkelin den Schöneberger Stadtrat Daniel Krüger in einem Schreiben vom September 2012.
Schon Mitte der 50er Jahre hat der damalige Bundespräsident Theodor Heuss in seinen Erinnerungen auf diesen Ort aufmerksam gemacht. "Die zwei kleinen Zimmer in dem fragwürdigen Häuschen nahe dem Bahnhof Schöneberg zwischen den Kohlenhalden der Firma Mayer & Co waren eine rechte Verschwörerbude. Manchmal klingelte es an der äußeren Tür, und Leber musste dann wohl in den vorderen Raum, um einen Kunden zu vertrösten. Aber in der Hinterstube, auf verhockten Sesseln, hatte die politische Leidenschaft ihre Herberge."
Theodor Heuss vollzog am 10. Jahrestag des Attentats vom 20. Juli im Jahre 1954 mit seiner vielbeachteten Rede im Audi-Max der Freien Universität einen wichtigen Schritt zur öffentlichen Anerkennung des Widerstands. Seine Bekanntschaft mit Julius Leber kam vermutlich über die Vermittlung eines Cousins 2. Grades seiner Frau Elly Heuss-Knapp zustande. Regierungspräsident Ernst von Harnack, der wie die Lebers in Zehlendorf wohnte, war ein enger Vertrauter dieser Familie. Ihn benachrichtigte Annedore Leber als erstes von der Verhaftung ihres Mannes. Wie Leber und Leuschner hat er beharrlich für die Zusammenführung des bürgerlichen und sozialistischen Lagers zur Herbeiführung eines Regierungsumsturzes gearbeitet. Auch er hat dafür mit dem Leben bezahlen müssen.

Ende der 70er Jahre brachte die Gedenkstätte Deutscher Widerstand unter der Überschrift Stätten des Widerstands in Berlin ein Faltblatt mit Fotos und Stadtplan heraus. Die Kohlenhandlung Bruno Meyer Nachf. in der Torgauer Straße wird dort bereits ausgewiesen. Der Historiker Hans-Rainer Sandvoß(6)  – heute stellvertretender Direktor der Gedenkstätte – hatte damals durch Zeitzeugenbefragungen ermittelt, dass es sich bei dem Gebäude im Wesentlichen um einen Nachkriegsbau handelte. Katharina Christiansen, die inzwischen verstorbene Tochter des Ehepaars Leber, schrieb: „Das alte Holzhaus auf dem Kohlenplatz, in dem damals die Besprechungen mit anderen Widerstandskämpfern geführt wurden, ist ja bald nach dem Krieg abgerissen und durch ein solides Gebäude ersetzt worden“. Diese Tatsache hielt jedoch die Gedenkstätte nicht davon ab, den Ort im Zusammenhang der zahlreichen Rundfahrten in ihre Bildungsarbeit einzubeziehen und seine Bedeutsamkeit hervorzuheben. Die Schöneberger SPD machte seit dieser Zeit mit einer – inzwischen wieder verschwundenen - Gedenktafel auf den Ort aufmerksam.

Sandvoß´ Kollege Wilhelm Wörmann hat die Spuren von Leber in Schöneberg weiter erforscht. Er fand heraus, dass der vormalige Lübecker Reichstagabgeordnete und Journalist Leber, als er 1937 nach zahllosen Bittgesuchen seiner Frau aus der Schutzhaft im KZ entlassen wurde, völlig mittellos dastand. Für die Familie hatte bis dahin seine Frau Annedore alleine mit den Einkünften aus ihrer Schneiderei gesorgt. Bei der Suche nach Arbeit gelangte Leber durch Vermittlung seines Parteifreunds Gustav Dahrendorf an den Kohlenhändler Richard Krille. Der ehemalige SPD-Stadtverordnete und Direktor der Berliner Städtischen Brennstoffgesellschaft (bis 1933) hatte nach dem SPD-Verbot 1933 schon häufiger arbeitslos gewordenen Parteigenossen im Kohlenhandel untergebracht. Ihm gehörte auch die Kohlenhandlung Bruno Meyer Nachf. in Schöneberg, in der sich Leber erfolgreich - zunächst als Arbeiter und bald schon als Teilhaber - eine neue wirtschaftliche Existenz schaffen konnte. Lukrativ für den Kohlenhändler Leber waren vor allem Großaufträge, die ihm Schöneberger SPD-Genossen wie Georg Wendt und Wilhelm Meißner als Hausverwalter zuschanzten. Aus einem Brief von Wendt erfahren wir auch, dass seine Kohlenhandlung am 24.März 1944 bei einem Luftangriff ausgebrannt ist und das Büro vorübergehend in einem „ausgeblasenen Haus“ gegenüber, in der Torgauer Str. 7, Unterschlupf gefunden hatte (7).

Der Pächter des Geländes und Frau Bohrmann bei der Vor-Ort-Besichtigung 2010 (Foto: Wenzel)

Meine direkte Begegnung mit einer Zeitzeugin, die Mitte der sechziger Jahre im Verlag von Annedore Leber als Praktikantin arbeitete, kam über Vermittlung eines Tagesspiegelredakteurs zustande. Mit Ingeborg Bohrmann(8),  selbst Historikerin, besuchte ich im November 2010 die Torgauer Straße. Sie erinnerte sich noch an viele Details, die sie auf meine Bitte hin aufschrieb: „Das Grundstück an der Torgauer Straße war unglaublich voll mit Kohle gestapelt ... Ab und zu machten wir eine Pause. Dann bat mich Frau Leber zu sich auf einen der fragwürdigen Sessel. Mir tat der Rücken weh, war mein Arbeitsplatz doch nicht gerade bequem und die Sessel waren noch schlimmer. Einmal fragte ich vorsichtig, ob man nicht bequemere Büromöbel anschaffen  könnte: Nein!!! Das geht gar nicht ... Sie müssen wissen, dass da in dem Sessel, in dem Sie jetzt sitzen, immer Stauffenberg gesessen hat. Sie hatte also alles so gelassen, wie ihr Mann es benutzt hatte. Das sei hier der ideale Verschwörertreff gewesen, denn dank des zweiten Eingangs zum hinteren Raum, konnte man das Häuschen betreten ohne durch die Kohlenhandlung zu gehen. Auch machte man sich die Hoffnung, dass man durch den zweiten, schlecht einsehbaren Zugang eventuellen Verfolgern würde entgehen können. Julius Leber verhielt sich äußerst vorsichtig, schrieb nichts auf und erzählte nur ganz ausgewählten Personen etwas von seinen politischen Plänen, auch seiner Frau nur das Notwendigste, um sie nicht zu gefährden.“(9)

Aktueller Umgang mit dem historischen Ort

Im März 2011 wurde ich von der Leiterin des Schöneberg Museums gebeten, bei einer Vor-Ort-Besichtigung mit dem Leiter des Stadtplanungsamtes, der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Grünflächenamt über meine historischen Erkenntnisse zu berichten. Mit keinem Wort wurde ich aufgeklärt, dass das Bezirksamt eigentlich schon längst eine Entscheidung gegen die Erhaltung des Gebäudes getroffen hatte. Ich kannte nur den  einstimmigen Beschluss der BVV, den die Grünen im Frühjahr 2009 als Antrag eingebracht hatten. Er forderte das Bezirksamt auf „im Rahmen der Übernahme der Grundstücke Torgauer Straße 16-21 und der Realisierung einer Grünanlage auf diesen Flächen eventuell vorhandene Gebäude oder Gebäudeteile der Kohlehandlung Bruno Meyer Nachf. zu sichern, die Flächen in Rücksprache mit der Bodendenkmalpflege gegebenenfalls untersuchen zu lassen und im Rahmen der Planung und Realisierung der Grünflächen in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand zu prüfen, in welcher Form hier eine Stätte des Erinnern realisiert werden kann.“ (Drucks. Nr. 0994/XVIII )

Während also die Planung des Grünzuges voranschritt, tat sich an dem historischen Ort, an dem die Erinnerungsstätte für Leber vorgesehen war, lange Zeit überhaupt nichts. Weder machte das Bezirksamt Anstalt, den Prüfauftrag der BVV für eine bau- und bodendenkmalpflegerische und historische Untersuchung umzusetzen, noch gab es entsprechende Nachfragen im Kulturausschuss oder in der BVV. Spätestens bei der Informationsveranstaltung zur Grünflächenplanung an der Torgauer Straße, zu der Baustadtrat Krüger am 19. April 2012 ins Schöneberger Rathaus geladen hatte, hätte den Bezirksparlamentariern etwas auffallen müssen. Nur ganz am Rande der Informationsveranstaltung war dort nämlich die Rede davon, dass die endgültige Gestaltung des historischen Orts einem Kunstwettbewerb vorbehalten sein solle. In dem ausgelegten Grünflächenplan (10) war der Ort der Kohlenhandlung durch einen quadratischen Bereich ausgespart. Der Stellenwert, den das Bezirksamt der historischen Stätte beimaß, wurde zu Jahresbeginn 2012 bei der Auslegung des entsprechenden Bebauungsplans besonders deutlich. In der Begründung zum B-Plan XI-231 b wurden keine baulichen Anlagen von geschichtlichem Wert als schutzwürdige Güter erwähnt bzw. eine Abwägung vorgenommen. Fazit: Die historische Bedeutung des Gebäudes wurde ganz bewusst heruntergespielt, weil die Grünanlage auch an dieser Stelle Priorität haben sollte. Tatsächlich könnte das Gelände auch mit seinen topographischen Eigenschaften die Gestaltung des Gedenkortes und der Freifläche prägen und bereichern. Auf einer gestylten Sport- und  Spielwiese nach dem Geschmack einer mobilen Freizeitgesellschaft hingegen ist eine schäbige Hütte nur im Weg, ein Schandfleck. Zudem erleichtert ihr Abriss das Einebnen der Fläche, die zur Torgauer Straße hin abgesenkt werden soll. Daher sollte der Bau durch ein Kunstobjekt ersetzt werden. Als ein späterer Blick in die Bauakten ergab, dass es sich bei dem heutigen Gebäude nicht mehr um die Kohlenhandlung aus der Kriegszeit, sondern weitgehend um einen Nachkriegsbau von 1950 handelte, fühlte sich die Verwaltung in ihren Abrissplänen vollends bestätigt.

Ausstellung der Auslobung des Künstlerwettbewerbs

Tatsächlich wurde vom Bezirk im März 2012, ohne Information an Presse und Öffentlichkeit, ein beschränkter Kunstwettbewerb unter der Überschrift „Denkzeichen Kohlenhandlung Annedore und Julius Leber“ ausgelobt. Verantwortlich dafür zeichnete das Amt für Landschaftsplanung in Kooperation mit den Fachbereichen Grün, Kunst, Kultur und Museen und der SE Facility Management. Seine Betreuung wurde dem „Büro für Kunst im öffentlichen Raum“ im Rahmen des Kulturwerks des Berufsverbands Bildender Künstler (bbk) übertragen. Das Budget von 20.000 €, das dafür aus Mitteln des Stadtumbauprogramms als Kunst am Bau bereitgestellt wurde, ist kennzeichnend für die untergeordnete Bedeutung, die dieser Aufgabe beigemessen wurde. Mit einem Deal zwischen den Verwaltungen wurde eine Lösung ins Auge gefasst, die sich möglichst stromlinienförmig in die Grünplanung einfügen, den Bezirk in der Unterhaltung nicht weiter finanziell belasten und möglichst „vandalismusresistent“ sein sollte. Dass sich der Bezirk mit einem weiteren bedeutsamen historischen Erinnerungsort an der geplanten Schöneberger Schleife auch hätte schmücken können, kam der Verwaltung offensichtlich nicht in den Sinn.
Auf dem Wege eines wenig transparenten Auswahlverfahrens wurden durch den bbk fünf KünstlerInnen ausgewählt und mit der Erarbeitung von Entwürfen innerhalb von fünf Monaten beauftragt. Positiv zu bewerten ist, dass in diesem Verfahren auch an Annedore Leber erinnert werden sollte. Wie sich ihre Rolle im Verlag und die ihres Mannes in der Widerstandsbewegung mit dem konkreten Ort der Kohlenhandlung verbanden, blieb der künstlerischen Intuition und Freiheit überlassen. "Alle Kunstformen sind möglich", heißt es im Ausschreibungstext. Nur in wenigen strikten Vorgaben waren die Auslober eindeutig: "Das gesamte Gebäude wird nicht erhalten bleiben." Nur Teile des Baus und andere Relikte konnten einbezogen werden. Was dem Bezirksamt wirklich wichtig war, drückt sich in einem einzigen Satz aus: „Die Kunst soll vandalismusresistent sein und darf nur geringe Folgekosten verursachen.“


Im Zuge der Räumung des Gewerbegebiets und der Planierung des Geländes sollte also auch das kleine Gebäude der Kohlenhandlung vom Erdboden verschwinden. Die Mitteilung zur Kenntnisnahme des Bezirksamts vom 9. Februar 2010, die die Unterschrift des damaligen Bürgermeisters Ekkehard Band und des Stadtrats Dieter Hapel trägt, ermöglichte diese Weichenstellung, ohne dass eine vorherige genaue Prüfung erfolgt war. Dort heißt es in einer schwer nachzuvollziehenden Logik: "Das Vorhandensein historischer Bausubstanz, die Rückschlüsse auf den genauen Ort der konspirativen Treffen der Widerstandsgruppen zulassen, müsste geprüft werden. Allerdings scheint es mit Blick auf die historischen Ereignisse vor Ort nicht angemessen, hier Gebäudeteile zu sichern bzw. bodendenkmalpflegerische Arbeiten durchzuführen. Der Aufwand stünde hier in keinem Verhältnis zu dem Erkenntnisgewinn ... Insofern bietet sich auf dem Grundstück die Aufstellung einer Stele oder einer Tafel an ..." (Drucks. Nr. 0994/XVIII)

Geschichte oder Kunst?

Eine Steckdose für Julius Leber Quelle: Rote Insel Blog aus Schöneberg

Damit war der Beschluss der BVV von 2009 im Grunde genommen ausgehebelt. Nicht geschichtliche Aufarbeitung und Vermittlung, sondern eine Stele war nach Meinung des Bezirksamtes ausreichend. Gleichzeitig verzichtete man auf ein historisches Konzept und gelangte im weiteren Verlauf offenbar 2011 zu dem Schluss, ein Kunstwerk zu installieren. Am 31.August 2012 trat das Preisgericht zur Begutachtung und Auswahl der fünf Künstlerentwürfe zusammen. Bemerkenswert ist, dass sich zwei von ihnen – entgegen der Ausschreibung - für die Erhaltung des gesamten Gebäudes in seiner kubischen Form entschieden hatten. Der Entwurf des Wiener Ehepaares Helmut und Johanna Kandl setzt sich am überzeugendsten mit der Lebensgeschichte der Protagonisten auseinander, aber das war der Jury offensichtlich nicht besonders wichtig. Mit nur einer Gegenstimme ging der Entwurf der Künstlerin Katharina Karrenberg siegreich aus der Abstimmung hervor. Der den Bauakten der fünfziger Jahre entliehene Sütterlinschriftzug (!) „Windfang“ ist nicht das einzige kuriose Detail dieses Entwurfs. Sie wird noch übertroffen von der Abformung einer SchuKo-Steckdosenleiste. Eine über Stufen zu erklimmende weiße (!) Betonbodenplatte mit der Andeutung von Außenmauern soll offensichtlich an den Grundriss des Gebäudes erinnern. Eine geschichtliche Aussage oder gar Würdigung der Personen, an die erinnert werden soll, sucht man vergeblich. Dörte Döhl verweist in ihrer lesenswerten Kritik in der Stadtteilzeitung (11) zu Recht auf die widersprüchliche Logik der Bezirksamtsentscheidungen: Einerseits ist man entschlossen, den - wie auch immer überformten - authentischen Bau aus der Zeit von Annedore Leber abzureißen, da er angeblich historisch unbedeutend ist und andererseits wird ein künstlerischer Entwurf prämiert, dessen konkreter Bezug zur Geschichte des Ortes allein darin besteht, dass er den Grundriss dieses angeblich unbedeutende Bauwerks als weiße Bodenplatte bzw. Rednertribüne (!) inszeniert!

Ähnlich kritisch beurteilt die Enkelin Julia Heinemann das Wettbewerbsergebnis: „Welche Kriterien sprechen für den Austausch eines Bauwerks gegen ein Kunstwerk? Die Beiträge zum Kunstwettbewerb werden der Bedeutung der Kohlenhandlung jedenfalls nicht gerecht ... Ich kann daher nur appellieren, dass sich der Bezirk über die weitere Vorgehensweise mit aller Sorgfalt Gedanken macht und das Ergebnis des Wettbewerbs kritisch überdenkt.“
Überraschend sind diese Reaktionen nicht. Denn schon während des Wettbewerbsverfahrens waren kritische Stimmen laut geworden, die umfassendere konzeptionelle Überlegungen und mehr Geld für die Gestaltung des überbezirklich bedeutsamen Erinnerungsortes einforderten. Die Berliner Geschichtswerkstatt, seit den achtziger Jahren durch ihr Projekt zur Roten Insel (12) und zahlreiche historische Rundgange mit der Geschichte der Kohlenhandlung als Ort des Widerstands vertraut, zeigte sich durch die Abrisspläne alarmiert und bezog in einer Presseerklärung (13) Anfang Juli Stellung. Sie sei davon überzeugt, dass an kaum einem anderen Ort in Berlin der zivilgesellschaftliche Widerstand in der NS-Zeit so anschaulich und lebendig zu vermitteln sei, wie in dem einstigen Arbeiterquartier mit den steinernen Zeugen der Kohlenhandlung. Gewiss, der Kohlenplatz war schon in den siebziger Jahren verschwunden und die von Theodor Heuß beschriebene „Verschwörerbude“ nicht mehr im Original vorhanden. Aber Annedore Leber hatte das Gebäude doch am selben Ort wieder aufbauen lassen. Das Gebiet ist im Umbruch und erhält durch eine neue Nutzung eines verändertes Gesicht, aber Spuren der Geschichte bleiben. Das typische Rattern im Zeittakt der vorbeifahrenden Ringbahn wird auch in Zukunft zu hören sein und der Riesengasometer, ein Relikt des einstigen Schöneberger Gaswerkes, lässt mit etwas Phantasie auch heute noch die Atmosphäre von Ruß- und Aschewolken und verpesteter Luft erahnen, die während des Krieges den harten Arbeitsalltag des Kohlenhändlers Julius Leber prägten. Und unter den Bewohnern der Roten Insel herrscht immer noch ein lebendiger Widerstandsgeist, der stolz ist auf die rebellische Tradition des Quartiers und die Widerstandsgeschichte der großen und kleinen Leute.

Prof. Michael Wildt, Lehrstuhlinhaber für NS-Geschichte an der Humboldt-Universität, hat in seiner Stellungnahme als Argument für die Erhaltung des Gebäudes die zivilgesellschaftliche Bedeutung des Ortes auch für die Erinnerungsarbeit hervorgehoben: "Dieses kleine Gebäude auf der ´Roten Insel" in Berlin-Schöneberg ist ein historischer Ort, der gerade aufgrund seiner Bescheidenheit und Kleinheit besticht und deutlich macht, dass neben dem Bendler-Block ... auch ein zivilgesellschaftlicher Widerstand existierte ..."

War Baustadtrat Krüger selbst nicht von den Ergebnissen überzeugt, als er nach Abschluss des Wettbewerbs die fünf Entwürfe in einer dunklen Ecke des Rathauses Schöneberg aufstellen ließ, um der Form halber dem Gebot der öffentlichen Einsichtnahme Genüge zu tun? Ohne Hinweisschilder und Hintergrundinformation wirkte die öffentliche Präsentation noch liebloser. Er hatte wohl nicht damit gerechnet, dass sich die Anwohner dafür interessieren und die fehlende Öffentlichkeitsarbeit selbst in die Hand nehmen würden. Durch einen Aushang an vielen Haustüren erhöhte sich die Besucherzahl schlagartig. Im ausliegenden Gästebuch schlug sich in gut informierten und kompetenten Stellungnahmen der Beweis dafür nieder, wie stark den BürgerInnen die Geschichte ihres Kiezes am Herzen liegt.

Inzwischen dämmerte es auch einigen Parteienvertretern im Bezirk, wie weit sich das Projekt von der ursprünglichen Vorstellung eines geschichtlichen Gedenk- und Lernortes entfernt hatte. In der BVV-Sitzung vom 22. August 2012 wurde durch einen Konsensbeschluss, zu dem sich die Grünen, SPD und Linken verständigt hatten, die parlamentarische Notbremse gezogen und eine umfassende Revision und ggf. Korrektur des Wettbewerbs sowie ein Runder Tisch eingefordert. Die CDU-Vertreter im Bezirksamt und der BVV schienen aus allen Wolken zu fallen, war aus ihrer Sicht mit der Entscheidung des Preisgerichts doch anscheinend die Sache bestens gelaufen. Der Meinungsumschwung der SPD mag wohl darauf zurückzuführen zu sein, dass es noch rechtzeitig Nachhilfeunterricht in eigener Sache gab. Immerhin ist in dem von der Friedrich-Ebert-Stiftung herausgegebenen historischen Reiseführer zur Arbeiterbewegung in Berlin, der dieser Tage erschienen ist, (14) die Kohlenhandlung in der Torgauer Straße als historischer Ort des Widerstands ausgewiesen.
Auch auf Senatsebene sind inzwischen kritische Stimmen laut geworden. Kulturstaatssekretär Schmitz und die Gedenkstätte Deutscher Widerstand zeigten sich erstaunt und besorgt über den Alleingang des Bezirks, handelte es sich doch auch ihrer Meinung nach um einen Ort, der mit einem historischen Ereignis von nationalem Interesse verbunden ist. Darauf hatte in der Wettbewerbsjury schon früh die ehemalige Kunstamtsleiterin Katharina Kaiser und für die Familie Leber die Enkelin aufmerksam gemacht. Die Anregung der Senatskanzlei vom Sommer, einen Runden Tisch einzuberufen, hatte der Bezirk strikt abgelehnt.
Baustadtrat Krüger musste jedoch den Beschluss der BVV umsetzen und lud für den 27.September 2012 zu einem Runden Tisch ein. Eine Tagesordnung war nicht vorgesehen. Die handverlesenen Einladungen zu dieser nicht öffentlichen Sitzung wurden zuvor mit den Fraktionen ausgehandelt. Ein Schachzug des Stadtrats war die Moderation des Runden Tisches wiederum durch das Büro für Kunst im öffentlichen Raum des bbk, womit er die Diskussion auf die Kunstentwürfe lenken wollte. Als historische Sachverständige waren die Geschichtswerkstatt, der Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und der Gedenkstättenbeauftragte des Senats anwesend. Die in München lebende Enkelin ließ sich entschuldigen, ihr an Stadtrat Krüger gerichteter Brief kam den Teilnehmern in dieser Runde nur dadurch zu Ohren, weil ihn der Gedenkstättenbeauftragte des Senats laut verlas.

Das Eingangstor zur ehemaligen Kohlenhandlung dient derzeit als Wandzeitung, über die sich die Anwohner auf dem Laufenden halten. Foto: Ilse Layer

In der Diskussion weigerten sich SPD und Grüne grundsätzlich, das Ergebnis des Wettbewerbs zu erörtern. Sie beriefen sich auf den ursprünglichen BVV-Beschluss aus dem Jahre 2009 und forderten die Erhaltung, möglicherweise auch den Rückbau des bestehenden Gebäudes als Ausgangspunkt für weitere Überlegungen. Auch war es nach ihrer Meinung notwendig, den Gedenkort konzeptionell besser in die umliegenden Gedenkstättenlandschaft (Geschichtsparcours, Schwerbelastungskörper, SA-Gefängnis) einzubetten. In diesem Zusammenhang ist natürlich wiederum das Kammergericht am Kleistpark zu nennen, in dem Goebbels 1944 die Schauprozesse filmen ließ. (Aus den Prozessen stammen auch die Personenfotos, die Annedore Leber als einprägsame Zeugnisse für die Standfestigkeit und Menschlichkeit des Widerstands immer wieder publiziert hat). Als am Runden Tisch auch die Sachverständigen und Experten aus der Gedenkstättenarbeit und der Senatskanzlei in die Kritik einstimmten, wendete sich das Blatt. Auch ihnen erschien das Ergebnis des Kunstwettbewerbs inhaltlich unbefriedigend und als Gestaltungsvorschlag im günstigsten Fall verbesserungsbedürftig. In der Zuspitzung der Fronten zwischen den BVV-Fraktionen verhärtete sich die Diskussion jedoch zu einer Pattsituation. Alle meldeten zunächst wieder Beratungsbedarf in den eigenen Reihen an, Kompromissvorschläge stießen auf schroffe Ablehnung.

Wie geht es weiter?

In der BVV-Sitzung vom 24. Oktober 2012 wiederholte sich der Schlagaustausch zwischen den Parteien nach dem eingefahrenen Muster. Drei Anträge standen zur Abstimmung, von ihnen erhielt der Antrag von SPD und Grünen die Mehrheit der Stimmen. Darin ist weitere Entwicklung folgendermaßen vorgezeichnet: „Wegen der über den Bezirk herausragenden Bedeutung soll die Senatskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten gebeten werden, die weitere Konzeptentwicklung für diesen neuen Informations- und Gedenkort unter Beteiligung von Vertretern der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, der Geschichtswerkstatt, der Familie, engagierter Bürgerinnen und Bürger und der Bezirksverordnetenversammlung zu koordinieren. Dem Bezirksamt wird empfohlen, sich für eine zeitnahe Umsetzung, spätestens bis zum 28. Februar 2013 einzusetzen und über den Fortgang der Sache regelmäßig zu berichten.“ (Drucks. Nr. 0408/XIX)

Für den Vorschlag, über die Bezirksvertretung hinaus Fachleute, Bürger und Anwohnerinitiativen aktiv in den Entscheidungsfindungs- und Gestaltungsprozess einzubeziehen, gibt es ein gutes Vorbild im Bezirk. Es wurde vor vielen Jahren erfolgreich für das Erinnerungsprojekt „Juden im Bayerischen Viertel“ praktiziert. Noch ist nicht erkennbar, wer diesen Prozess in die Hand nehmen und moderieren könnte. Die Geschichtswerkstatt, die als kritisch-konstruktive Stimme schon im Kunstwettbewerb und am Runden Tisch vertreten war, sieht ihre Aufgabe jetzt vor allem darin, die kritischen Stimmen auf lokaler Ebene zu Wort kommen zu lassen, zu koordinieren und zu bündeln. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung war das Stadtteilgespräch, zu dem der Stadtteilverein Schöneberg am 22. November auf der Roten Insel eingeladen hat. Die Stimmen der Anwohner, denen die Erinnerung an den Widerstand eine Herzensangelegenheit ist und die sich kenntnisreich und sensibel auf den Ort und seine Geschichte beziehen, richten sich voller Misstrauen gegen die Planung in den Ämtern, die über ihre Köpfe hinweg entschieden wird. Sie wollen keinen Abriss des Gebäudes, kein abstraktes und kaltes Kunstwerk an seiner Stelle, sie wehren sich gegen das Scheinargument einer mangelnden Authentizität des Gebäudes und setzen sich für einen Ort der lebendigen Geschichtsvermittlung ein. Auch die Enkelin Julia Heinemann meint: „Ein Denkmal brauchen meine Großeltern nicht – aber die Nachwelt kann an ihren Lebenswegen viel lernen.“

Vorbild und Verpflichtung

An dieser Stelle befand sich die Gedenktafel der Schöneberger SPD für Julius Leber. Foto: Gisela Wenzel

Was sich aus der Beschäftigung mit dem Widerstand heute lernen lässt, hat der Historiker Peter Steinbach in folgende Worte gefasst: „Die Beschäftigung mit dem Widerstand scheint sich deshalb immer wieder erneut aufzuzwingen, weil die Lebens- und Leidensgeschichten derjenigen, die sich den Zumutungen passiven Gehorsams, blinder Nachfolgebereitschaft und teuflischen Verstrickungen entziehen konnten und eher den Tod zu erleiden bereit waren ... bis heute Betroffenheit hervorruft, weil sie Respekt abnötigt und die Realität von Begriffen wie Dissidenz und Nonkonformität, Zivilcourage und Handeln aus Anstand spürbar werden lässt. Das Handeln der Regimegegner ist niemals allein Ausdruck eines blinden Aktivismus ..., sondern die Konsequenz eines Verhaltens gewesen, dessen Maxime das Wesen menschenwürdiger Politik anschaulich machen können und deshalb im engsten Zusammenhang mit politischem Stil und politischer Kultur zu sehen sind.“ (15)

„Julius Lebers Denken und Handeln war geprägt von einem unbeugsamen Willen, mit Vernunft, Leidenschaft und Augenmaß für Demokratie, Freiheit und soziale Gerechtigkeit einzutreten. Sein Lebenswerk setzt hohe Maßstäbe, die auch heute Richtschnur politischen Handelns sein müssen: bei der Bewahrung der rechtsstaatlichen und freiheitlichen Demokratie, beim Eintreten für gerechte und menschenwürdige Lebensverhältnisse, beim Kampf gegen Rassismus und Intoleranz.“ (16)

 

Fußnoten:

(1)Der Artikel findet sich auch im Internet unter www.berliner-geschichtswerkstatt.de/tl_files/bgw/verein/rundbriefe/bgw-rundbrief-2012-12.pdf

(2)BA Tempelhof-Schöneberg/ Amt für Planen Genehmigen und Denkmalschutz u.a. ,Stadtumbau West. Schöneberg-Südkreuz, Zwischenbilanz 2009
BA Tempelhof-Schöneberg/ FB Gesundheit, Soziales, Stadtentwicklung, Stadtentwicklungsamt u.a., StadtumbauWest, Schöneberg-Südkreuz, Mittendrin im Stadtumbau 2012-

(3)Dorothea Beck, Julius Leber, Sozialdemokrat zwischen Reform und Widerstand. Mit einer Einleitung von Willy Brandt, 1994, S. 167 f.

(4)Brief von Julia Heinemann aus München an den Schöneberger Stadtbaurat vom 24.September 2012

(5)Julius Leber und der jüngere Willy Brandt (Herbert Frahm) kannten sich aus der gemeinsamen politischer Arbeit in der Lübecker Sozialdemokratie vor 1933. Vermittelt über den Diplomaten Trott zu Solz ließ Leber Willy Brandt in seinem Exil in Norwegen in die Umsturzpläne einweihen.

(6)Antwortschreiben von Rainer Sandvoß auf eine Anfrage von Gisela Wenzel vom 15.03.2012

(7)Heinrich-Wilhelm Wörmann, Widerstand in Schöneberg und Tempelhof, Band 13 der Schriftenreihe über den Widerstand in Berlin von 1933-1945, Herausgeber: Gedenkstätte Deutscher Widerstand, S. 60 ff.

(8)Erinnerung an Annedore Leber, den Verlag Annedore Leber und die Kohlenhandlung Bruno Meyer Nachfolge, eine Aufzeichnung von Ingeborg Bohrmann für Gisela Wenzel vom 1.03.2011

(9)Aufzeichnungen von Ingeborg Bohrmann vom März 2011: Erinnerungen an Annedore Leber, den Verlag Annedore Lebers und die Kohlenhandlung Bruno Meyer Nachf. (im Besitz der Autorin)

(10)vgl. http://www.stadtentwicklung.berlin.de/staedtebau/foerderprogramme/stadtumbau/Plaene-Grafiken.4914.0.html

(11)Die stadtteilzeitung Okt. 2012 und  www.stadtteilzeitung-schoeneberg.de/Archiv; s. auch: www.bi-gasometer.de/2012/04/26/torgauer-iv-widerstand-im-geheimen/

(12)Berliner Geschichtswerkstatt (Hrg.), Die Rote Insel. Zur Geschichte des Schöneberger Arbeiterviertels, 2. Aufl. 1989, darin der Aufsatz von Jürgen Hassdorf, „Es war ja nicht unser Krieg“. Julius Leber- Kohlenhändler auf der Roten Insel, S. 129 ff.

(13)im Wortlaut  nachzulesen auf der Webseite der BGW unter www.berliner-geschichtswerkstatt.de/news-reader/items/erinnerung-an-annedore-und-julius-leber-in-der-torgauer-strasse-in-schoeneberg-bewahren.html

(14)Helga Grebing, Siegfried Heimann (Hrg.), Arbeiterbewegung in Berlin, Der historische Reiseführer, Links-Verlag Berlin, September 2012, S. 101 f.

(15)Peter Steinbach, Widerstand im Widerstreit. Der Widerstand gegen den Nationalsozialismus in der Erinnerung der Deutschen“, 2. Aufl., Paderborn 2001, S.474

(16) www.julius-leber-forum.de/ueber-uns/julius-leber.html

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